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Monday
Feb032014

Die böse Unparteilichkeit

Die Neutralität gehört zur Schweiz wie das Tennisracket zu Wawrinka. Deshalb wird die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer, die «Netzneutralität» hören, denken: «Gute Sache!» Das wiederum macht es schwierig, jemanden zu finden, der die Netzneutralität schlecht findet.

Vielleicht liegt es auch daran, dass Netzneutralität für die Mehrheit tatsächlich eine gute Sache ist. Sie verhindert, dass eine digitale Zweiklassengesellschaft entsteht, dass die Swisscom auf ihren Netzen nicht ihr eigenes TV-Angebot gegenüber Diensten wie Wilmaa oder Zattoo bevorzugt. Drastischer formuliert: Netzneutralität garantiert, das Versprechen des Internets einzulösen: Wissen zu demokratisieren.

Doch es gibt sie, die Gegner der Netzneutralität. In erster Linie Telecom-Manager, die sich etwa an Branchenanlässen wie der ICT-Networking-Party letzten Mittwoch in Bern folgendermassen äusserten: Sie hätten doch die Netze finanziert. Um mehr Geld zu verdienen, sei es doch legitim, nicht nur ihre Kunden, sondern auch Internetfirmen wie Ebay, Amazon, Google, Facebook und Co. zur Kasse zu bitten.

Noch interessanter war, wer das Thema komplett mied: Google. Das gesamte menschliche Wissen zugänglich zu machen, ist der selbst ernannte Auftrag. Nun will Google in der Schweiz zur Netzneutralität keine eigene Meinung haben, womit sich der Riese trotz seines Slogans «Don t be evil» in Richtung der gegnerischen Ecke bewegt. Und ich frage mich: Ist Google komplett böse geworden?

Diese Kolumne ist erstmals am 26. Januar in der SonntagsZeitung erschienen.

 

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