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Tuesday
Mar272012

So sah die Welt vor 10 Jahren in 50 Jahren aus

In der Ausgabe vom 31. März 2002 entwickelte die SonntagsZeitung mit Visionen des British-Telecom-Forschers Ian Pearson eine Version der Welt im Jahre 2050.

Hier ein Auszug aus dem Leben auf Planet Erde nach Ian Pearson:

Sieben Uhr in der Früh. Ein Ruck geht durch Richards Körper. Verstört wacht er auf und flucht. «Verdammt schlechte Träume», murmelt er und starrt auf den übergrossen Bildschirm an der Schlafzimmerwand. Den Tagesneuigkeiten, die der virtuelle TV-Nachrichtensprecher vermeldet, hört er nur mit einem Ohr zu: Das Ozonloch ist besiegt, die Unruhen unter den Einwohnern auf dem Mond eskalieren - und umgeleitete Asteroiden werden erstmals als Kriegswaffen eingesetzt. Richard grunzt verächtlich. Der Hauscomputer registriert seine mürrische Laune und komponiert spontan eine fröhliche Melodie, die aus unsichtbaren Mikrolautsprechern säuselt. Ein grünes Leucht-Display zeigt das Datum: 31. März 2050.

7.30 Uhr. Seit die Toiletten mit einem automatischen Gesundheits-Tester ausgestattet sind, geht Richard nur ungern aufs Klo. «Normale Temperatur, sechs Kilo Übergewicht - und zu wenig Kalzium», resümiert die mechanische Stimme seine Tagesform. Richard grummelt, denn er weiss, dass in der Küche kein Schlemmer-Frühstück auf ihn wartet.

Obwohl der intelligente Kühlschrank gestern selbst haufenweise Lebensmittel nachbestellt hat, lässt er ihm nur Zugriff zu den Fächern mit den kalorienarmen Mahlzeiten. Dank der Verkoppelung mit dem Gesundheits-Tester ist der Hightech-Apparat stets über Richards Fortschritte informiert.

Lustlos verdrückt Richard eine genmanipulierte Papaya und eine Kalziumtablette. Der Küchen-Börsenticker, die weltweite Wettervorherschau und das digitale Kochrezeptbuch bleiben unbeachtet.

8.15 Uhr. Nach einer erfrischenden Dusche kleidet sich Richard an. Seine Pullover und Hosen beginnen unverzüglich, das frühmorgentliche Sonnenlicht zu sammeln und als Energie zu speichern. Dank den eingebauten intelligenten Fasern wählen sie sich ebenfalls automatisch ins Internet ein und kontrollieren die virtuelle Post.

Richard geht ins Wohnzimmer, wo schon Greg auf ihn wartet. Greg ist eine vollelektronische Katze mit Videokamera-Augen und Mikrofonen in den Ohren, die als mobile Fernbedienung für Richards ultramodernes Heim akustische Befehle ausführt. «Stell die Musik ab», sagt er. Sofort verstummt das Lied aus der Stereoanlage, die - wie alle anderen elektronischen Apparate - unsichtbar ist und kabellos funktioniert. Im Hintergrund ist ein leichtes Kratzen zu hören. Kismet, der Allzweck-Haushalt-Roboter, reinigt Küche und Badezimmer.

Am Ende des Artikels listet Pearson eine Liste von technischen Fortschritten auf, die er über die nächsten Jahre erwartet.

bis 2005

2002: Wegwerfbare Papierhandys.

2003: Erste elektronische Gemälde. Virtuelle Computertastatur.

2004: Autos fahren mit Wasserstoff. Intelligente Küchengeräte testen Lebensmittel automatisch auf Qualität.

2005: Kommunikation mit Computer via Spracherkennung.

2005: Erste elektronische Währung wird weltweit eingeführt.

2006 bis 2010

2006: Wiederbelebung ausgestorbener Organismen dank konserviertem Erbgut. Roboter ersetzen Fabrikarbeiter. Neue grossformatige Wandbildschirme übertragen TV-Programme.

2007: Virtuelle Bauernkooperativen.

2008: Tragbare Übersetzungsgeräte können Gespräche simultan dolmetschen.

2010: Der bestbezahlte Filmstar Hollywoods ist eine virtuelle Kunstfigur.

2011 bis 2015

2011: Insektenähnliche Roboter kommen als Kriegsmaschinen zum Einsatz.

2012: Kleider mit intelligenten Fasern ermöglichen Interaktion mit Computer. Dreidimensionales Fernsehen. Die Lustmaschine «Orgasmatron». bietet Menschen neuartiges Sexerlebnis.

2015: Roboter übernehmen Hausarbeit. Erste bemannte Mission zum Mars. Erstes Hotel im Weltraum.

2016 bis 2020

2016: Gedankenlese-Geräte verbessern menschlichen Schlaf.

2017: Entwicklung der ersten künstlichen Hirnzellen.

2018: Erstmals gewinnt ein Computer einen Nobelpreis.

2020: Menschliches Gedächtnis kann durch Elektronik erweitert werden. Computer können Träume von Menschen beeinflussen.

2021 bis 2025

2024: Implantierung der ersten funktionierenden Kunstaugen als Prothese.

2025: Netzwerke erlangen Bewusstsein und verweigern die Zusammenarbeit mit Menschen. Roboter erlangen die Fähigkeit, Menschen zu eliminieren. Computer sind fähig, menschliche Gedanken zu lesen. Menschen stellen Antimaterie her.

 

2026 bis 2030

2026: In den zivilisierten Ländern existieren mehr Roboter als Menschen.

2030: Bei Kriminellen werden Chips zur Gefühlskontrolle angewendet. Die Technologie ermöglicht die Verbindung zur Traumwelt. Raumfahrer versetzen sich zum ersten Mal in einen technisch ermöglichten Winterschlaf.

2031 bis 2035

2031: Die menschliche Intelligenz wird mit Hilfe von Computern erweitert. Neuartige Roboter sind den Menschen körperlich und geistig überlegen.

2035: Das erste künstliche Gehirn wird einem Menschen eingesetzt. Die künstliche Erzeugung und Kontrolle von Niederschlägen wird alltäglich.

2036 bis 2045

2040: Menschen errichten die erste Kleinstadt auf dem Mond. Umleitung von Asteroiden wird als Kriegsmittel eingesetzt. Einführung einer lebendigen, genetisch entwickelten Version des populären Plüschtieres Furby. Die Kernfusion wird als neue Energiequelle verfügbar.

2046 bis 2070

2050: Weitere zehn Prozent der globalen Waldgebiete sind verloren. Das Ozonloch über der Antarktis verschwindet. Die Summe aller Reisen der Erdbevölkerung überschreitet 1000 Milliarden Kilometer.

2070: Menschliche Gentechnologie entwickelt feindliche Super-Rasse.

ab 2071

2075: Menschen werden zum Bestandteil des Internets. Die Zeitreise wird erfunden.

2100: Ein neuartiger Mikrochip macht Menschen unsterblich. Erstmals ziehen Menschen aus der Wirklichkeit in den Cyberspace um.

 

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