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Tuesday
Jan172012

Schlagen, schreien und nach Hause gehen

In der Ausgabe vom 20. Januar 2002 zitiert die SonntagsZeitung eine britische Studie, die untersuchte, wie Angestellte in neuen verschiedenen europäischen Ländern auf den Absturz des Computernetzes reagierten. Die Schweizer waren die heissblütigsten.

Die Schweizer gehören zu den heissblütigsten Völkern in Europa. Das zeigt sich dort, wo es wirklich drauf ankommt - wenn in der Firma das Computernetz ausfällt: Die Hälfte der Kaderangestellten verliert die Fassung, prügelt die Tastatur und den PC oder beschimpft die Informatikverantwortlichen.

Dies fördert eine jetzt publizierte Studie des Informatikanbieters Dimension Data zu Tage. Die Londoner Firma - mit Büro in Crissier bei Lausanne - befragte 450 Führungskräfte in neun europäischen Ländern, darunter die Schweiz. Das Resultat zeigt, dass bloss die Spanier und Niederländer unbeherrschter reagieren als die Schweizer, wenn es Probleme mit dem Firmennetz gibt.

So werden die angeblich kühlen Eidgenossen geradezu gewalttätig. Sie knallen zornig den Hörer auf den Telefonapparat (18 Prozent) oder schlagen auf den PC (8 Prozent) oder dessen Tastatur ein (6 Prozent). Ein Viertel geht frühzeitig heim, andere (14 Prozent) schreien sich die Wut aus dem Bauch.

Während die Leistung der Schweizer in der Gesamtwertung überzeugt, zeigt sich in den Einzeldisziplinen das gewohnte Mittelmass. In der Brüll-Hitparade sind die führenden Franzosen (22 Prozent) uneinholbar, während die Niederländer öfter Tastaturen, Telefongeräte und Computer prügeln. Deutlich abgehängt werden indes die Deutschen und - ganz erstaunlich - die Italiener, die gemäss eigenem Bekunden zu drei Vierteln ruhig auf Netzausfälle reagieren.

Die Studie «IT-Frustration in Europa» zeigt allerdings auch, wie sehr sich Arbeitstätige mittlerweile von Computern abhängig fühlen. Viele meinen, ihre Arbeit ohne funktionierendes Firmennetz überhaupt nicht erledigen zu können. Gemäss der Untersuchung trifft diese totale Abhängigkeit in der Schweiz auf 58 Prozent der befragten Führungspersonen zu. Bloss in Schweden mit 62 Prozent ist dieser Anteil höher.

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