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Saturday
Jan142012

Warum "Google+ Your World" jeden Webnutzer betrifft

Der Social-Media-Dienst Twitter hat die radikalen Neuerungen der Google-Suche bisher am lautesten kritisiert. Doch wie ein Vergleich der bisherigen Trefferliste einer Personensuche mit den künftigen Ergebnissen zeigt, treffen die Änderungen jeden, der eine eigene Website hat.

Nach meinem Besuch der CES in Las Vegas (am Sonntag in der SonntagsZeitung) befinde ich mich derzeit in San Francisco und habe vor einem Interview mit Dan Russell die Google+Your-World-Neuerungen unter die Lupe genommen. Diese sind derzeit nur auf Google.com nutzbar. (Auch in der Schweiz, wie mir Patrick Hediger eben mitgeteilt hat). Wann die Funktion in der Schweizerländer-Suche zum Zug kommt, ist unklar.

Die Unterschiede sind markant. Gebe ich bei Google.com als eingeloggter Google+Nutzer meinen Namen in die Suche ein, erhalte ich eine Übersicht meines Google+Profils, die mein ganzes Browserfenster ausfüllt. (Die gleiche Ansicht erhalte ich, wenn ich die Namen von Kontakten in meinem Google+Netzwerk google.)

Screenshot einer Google.com-Suche nach "Barnaby Skinner", Google+Your World ist eingeschalten

Google+Your World kann mit einem einfachen Klick auf folgendes Zeichen in der rechten oberen Bildhälfte ausgeschalten werden: 

Dann sieht die Treffenliste nach meinem Namen folgendermassen aus: Der erste Treffer zeigt auf meine Website, der zweite Treffer auf meine LinkedIn-Seite (und auf die Profile von zwei anderen Nutzern, die gleich heissen wie ich). Dann folgt der Flickr-Account eines Photographen, der so heisst wie ich. Twitter folgt an vierter Stelle. Von Google+ ist nichts zu sehen. (Facebook folgt übrigens an 22. Stelle)

Screenshot einer Google.com-Suche nach "Barnaby Skinner", Google+Your World ist ausgeschalten

Weil Google aber per Default Google+Your World aktiviert hat, werden die meisten Menschen bei der Personensuche sehr viel öfter auf Google+Profile klicken, als bisher. 

Die interessantesten Suchergebnisse erhielt ich, als ich als nicht eingeloggter Google+Nutzer meinen Namen googelte. Mein Google+Profil wird dann unter die ersten fünf Treffer gelistet. Es ist zudem das einzige Suchergebnis, das mit Bild erscheint.

Screenshot einer Google.com-Suche nach "Barnaby Skinner", bei Google+ ausgeloggt

Wer also seinen Namen künftig weit oben in der Trefferliste sehen will, vor allem wenn er einen sehr häufigen Namen hat, der wird gewissermassen gezwungen, ein Google+Profil einzurichten. (Die Möglichkeit, dass Google seinen eigenen Dienst präferiert, ist bereits Gegenstand einer Untersuchung)

Warum es wichtig ist, so weit wie möglich in der Internetsuche zu erscheinen, zeigen Studien schon lange. Die meisten Nutzer kommen nicht über die ersten zehn Google-Treffer hinaus. In 58.4 Prozent der Fälle werden nicht mehr als die ersten 3 Treffer berücksichtigt. Keiner wird das besser wissen, als die Suchmaschine selber.

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